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Onlinepresse

Kabir spricht locker

4. Februar 1999
Shaan Chavan

Sandokan läuft wieder! Der Schauspieler, der die eindrucksvolle Rolle des asiatischen verwegenen Piraten aus der britischen Kolonialzeiten gespielt hat, ist bereit, sich wieder zu zeigen, wie das Hell, das auf das Dunkel folgt. An Kabir Bedi ist wegen seiner Darstellung des Sandokan in der original italienischen Serie und aufgrund erfolgreicher Auftritte auf der internationalen Bühne in bester Erinnerung.

Welche Aufgaben hat er nun vor sich, im Hinblick darauf, dass sein letzter beeindruckender Auftritt in Indien mit Khoon Bhari Maang war? „Derzeit bin ich dabei, für Star TV die Sandokan Serie auf Hindi zu synchronisieren“, gibt der Schauspieler, der von Los Angeles , wo er in einem an zahlreichen Fernsehserien und einigen beachtenswerten Filmen (Octopussy, Der Dieb von Bagdad, Der schwarze Korsar) nach London gezogen ist. In London hat er vor, neue Film- und Fernsehprojekte in Angriff zu nehmen. Er freut sich darauf, an einem Review der indischen Popszene zu arbeiten, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau Nikki für Channel Four, BBC produziert.

„Die neueste Produktion bestehen aus populärer Kultur, Mode, Tanz und Bollywood Musik, die einen großen Teil der Popmusik ausmacht. Der normale Engländer hat keine Vorstellung von der Dynamik der hiesigen Musikszene hier“, erklärt er. Bedi glaubt jedoch, dass trotz des frischen Winds der in der Filmindustrie weht, keine wirkliche Veränderung auf diesem Gebiet stattgefunden hat. „Wegen der Öffnung für ausländische Medien besteht der Druck, doch etwas zu ändern.“

„Die ganze Welt ist eine Bühne“ fährt er fort und erklärt so, warum ihm jeder Umzug von Delhi nach Mumbai und dann nach Hollywood und jetzt nach Europa Recht ist. Bedi studierte in mehreren Schulen in Nordindien, teilweise in Sherwood, Nainital, und Shantiniketan und machte im St. Stephens College in Delhi in Geschichte seinen Abschluss mit Anerkennung. In Delhi arbeitete er am Theater, bevor er seine Karriere beim Film fortsetzte. „Delhi ist mein emotionales Zuhause. Ich träume immer noch davon, dort ein Haus zu besitzen. Ich liebe die Bühne, ich liebe die Schauspielerei am Theater, aber leider lassen sich die Rechnungen damit nicht bezahlen“, meint er schulterzuckend.

Trotzdem erinnert man sich an Bedi immer noch eher wegen der romantischen Rollen sowohl auf Bühne als auch außerhalb - besonders an Tughlaq und Othello, beide unter der Regie von Alyque Padamsee. Während der Proben für Othello traf er Nikki Vijaykar und heiratete sie dann. Othello ist also eine wunderbare Erinnerung für ihn, nicht wahr? „Ja und die Erinnerung bleibt bestehen. Wir sind immer noch verheiratet“, sagt er lächelnd.

Fans von Bedi werden ihn in diesem Jahr in der Serie Reich und Schön sehen können (die er vor drei Jahren gedreht hat), wo er den marokkanischen Prinzen Omar spielt. Bedi stimmt bereitwillig überein, dass die Indern im Westen angebotene Rollen dazu tendieren, sich auf stereotype Bilder zu beschränken, die Abendländer von Nicht-Abendländern haben.

Während eines Events in Pune, zu dem er kürzlich eingeladen wurde, hatte er eine interessante Aussage gemacht: „Männer sind wie Mascara, beim geringsten Anzeichen einer Emotion fangen sie an zu laufen.“ Er lacht und sagt, dass die Konflikte zunehmen würden, wenn Männer ebenfalls anfangen würden zu weinen,. „Ich sagte auch, dass Männer wie Lockenstäbe sind, sie verfangen sich in Deinem Haar. Und sie sind Staatsanleihen, sie brauchen sehr lange, um zu reifen“, sagt er und grinst. Und was brachte ihn dazu, Frauen diesen notwendigen Rat zu geben? „Die Stimmung war ein bisschen zu schwermütig, und ich wollte sie erheitern. Es ist auch guter Rat. Und nein, ich habe denselben Rat nicht an Pooja (seine Tochter) weiter gegeben, die eigenen Kinder hören nie auf Ratschläge, nicht wahr?“, witzelt er.

Was finden die Frauen an Bedi unwiderstehlich? „Das ist unmöglich zu ergründen. Ich meine, wenn sie die Geschichte meiner Ehen ansehen: Protima war ganz anders als Susan und die war wieder ganz anders als Nikki. Es kommt wirklich auf die Chemie an, das ist es, was die Anziehung ausmacht“, sagt er.

Und was findet der oft verheiratete Bedi an Frauen unwiderstehlich? „Das kann ich wirklich nicht sagen. Wenn ich irgend etwas sage, werde ich verdammt sein. Es ist, als wenn man gefragt wird, ob man aufgehört habe, seine Frau zu schlagen? Egal, ob ich Ja oder Nein sage jede Antwort wäre falsch", lacht er.

Quelle: Filmfare