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Interviews

Kabir in der Zeitschrift Diva, März 2007


Banfi und ich: Zwei Tiger in Famiglia


Kabir Bedi und Parveen Dusanj Sandokan ist zurück. Er ist Nonno (Großvater) geworden. Der Schauspieler, der in der neuen Staffel von Un Medico in Famiglia das Familienoberhaupt einer indischen Familie ist und sich mit Nonno Libero herumschlägt, erzählt über sich und stellt seine neue Braut vor. „Ich liebe Parveen und stehe in bester Beziehung zu meinen drei Ex-Frauen. Die Feindschaft mit Lino besteht nur im Drehbuch.“

Wie kommt es dazu, dass Sie die Rolle eines Nonno übernommen haben, Sie scheinen sonst Actionhelden oder Bösewichter darzustellen?
Ich habe mich sehr am Set amüsiert, auch weil die Geschichte viel Feinsinn, Humor und Bezug zu realen Situationen der Gegenwart besitzt, vor allem die der Integration verschiedener ferner Kulturen sowie große und kleine Vorfälle, die sich täglich ereignen. Ich bin ein Inder, der ein Restaurant und eine Yogaschule vor dem Hause des Nonno Libero eröffnet. Dieser muss daher lernen, mit den Gerüchten, Geräuschen, Eigenarten, die sich von seinen unterscheiden, zu leben. Und außerdem wird es Eifersucht geben, weil seine Milena Kurse bei mir belegt. So entstehen viele verschiedene Situationen.

Wie war es mit Lino Banfi?
Wir hatten am Set viel Spaß. Trotz der Rivalität in den Szenen war es sehr gut mit Lino Banfi. Seit September bin ich in Rom um in Un Medico in Famiglia zu spielen und gehöre schon dazu.

Sie haben Ihr Leben damit verbracht von einem Kontinent zum anderen zu reisen um zu arbeiten. Hatten Sie jemals Begegnungen mit Rassismus?
Es ist mir persönlich nie passiert, aber ich glaube, um in Frieden leben zu können, braucht es Zugeständnisse von allen, von den Immigranten und von den Gastgebern zu gleichen Anteilen. Ich habe mich immer bemüht andere Gewohnheiten und Lehren der Länder, die ich besucht habe zu respektieren und bin damit immer gut gefahren.

Im Hinblick auf die 30 Jahre, die vergangen sind seit Sie nach Italien gekommen sind, um Sandokan zu machen, hat sich unser Land Ihrer Meinung nach, was die Beziehungen zu Ausländern angeht, verändert?
Eindeutig: Ja. In den siebziger Jahren waren die Menschen offener und großzügiger uns Ausländern gegenüber. Es gab ganz bestimmt keinen Rassismus. Heute bemerke ich hingegen ein größeres Misstrauen, Angst. Aber ich verstehe die Gründe. Vor dreißig Jahren gab es das Problem der Integration noch nicht, so wie es in den letzten Jahren explodiert ist mit allen Hürden des Unverständnis und Schwierigkeiten dahinter. Das braucht Zeit.

Haben Sie die Ereignissen um Shilpa Shetty, die indische Schauspielerin, die in der VIP Ausgabe von Big Brother in England gewonnen hat, nachdem sie wegen ihrer Herkunft unter Druck gesetzt wurde, verfolgt?
Ja, ich habe die Sendung verfolgt. Ich mag die Reality Shows. Und ich muss sagen, dass die Kommentare und Angriffe gegen Shilpa Shetty mir nicht allzu schwerwiegend erschienen. Und sie haben geholfen große Zahlen von Votings zu erhalten und zu gewinnen, oder? Abgesehen von den Scherzen, wie auch immer, in England existiert das Rassismus Problem und nicht nur von der Seite der Engländer sondern auch von Seiten der Immigranten, die an alten Sitten festhalten ohne sich integrieren zu wollen. Das gilt besonders für die erste Generation von Immigranten. Die zweite und die dritte dagegen versuchen sich in das soziale Leben einzuordnen, was für alle schwierig ist. Aus dieser Sicht war die Reality ein Spiegel der Realität, weil die negativen Kommentare Teil der Gruppendynamik eines Landes sind.

Gefällt Ihnen die Reality unter anderem so, weil Sie Ihnen in Italien mit der L’Isola dei Famosi geholfen hat an Ihre Karriere anzuknüpfen?
Im Grunde habe ich an der Isola teilgenommen, weil ich als Kabir, der eine andere Person als Sandokan ist, wahrgenommen werden wollte. Insofern bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und mit allem Respekt vor Sergio Muniz, der ein netter Mensch ist, fühle ich mich als moralischer Sieger der Sendung. Schließlich bin ich Zweiter geworden, er hingegen war die ganze Zeit allein auf einer anderen Insel. Ich dagegen bin unbeschadet aus all den Komplotten, Streitigkeiten und schwierigen Situationen, die durch die anderen Konkurrenten entstanden sind, herausgekommen. Und um das zu schaffen habe ich die Philosophie von Mahatma Ghandi, die heißt, so wenig wie möglich zu tun, angewandt. Keine Energie verschwenden, vor allem wegen des Lebensmittelmangels.

War Ihre Teilnahme an der Isola die Famosi auch der Grund für das Ende Ihrer dritten Ehe?
Ich weiß, dass jemand das geschrieben hat, aber das ist ganz bestimmt nicht so gewesen. Ich und meine dritte Ehefrau Nikki, Radio- und Fernsehmoderatorin bei der BBC, haben vierzehn Jahre in zwei unterschiedlichen Erdteilen gelebt, sie in London und ich in Bombay. Wir haben lange versucht unsere Unterschiede auszugleichen, aber schließlich ist es uns nicht gelungen und wir habe entschieden uns zu trennen.

Stehen Sie in gutem Verhältnis zu Ihren ehemaligen Frauen?
Ja, mit allen dreien. Ich gebe ihnen alles, was sie verlangen. Es scheint mir eine gute Methode, um Probleme zu vermeiden. Freunde zu bleiben und ein neues Leben zu beginnen. Und außerdem ist es Grundlage für das Wohl der Kinder guten Kontakt zu halten.

Was für ein Vater ist Kabir Bedi?
Ich habe versucht, ihnen trotz meines Weltenbummlerdaseins nahe zu sein. Meine Tochter Pooja ist 34 und lebt in Bombay, mein Sohn, der 25 Jahre alt ist, lebt in Los Angeles und arbeitet für das Kino. Außerdem habe ich zwei Enkelkinder.

Sie haben einen Sohn verloren. Wie haben Sie es geschafft, das zu überleben?
Ich habe meinen Sohn auf sehr tragische Weise verloren. Aber ich möchte darüber nicht sprechen. Es ist ein persönlicher Schmerz, die nie vergeht.

Kabirs neue Lebensgefährtin, Parveen Dusanj ist Engländerin, aber sie hat indische Wurzeln und strahlt eine Faszination aus, wie sie nur Frauen mit Mischlingsblut haben.

Wie haben Sie sich kennen gelernt?
Parveen: „Wir waren auf einer Party von gemeinsamen Freunden im Anschluss an eine Theatervorstellung in der Kabir in London vor fast zwei Jahren mitgewirkt hat. Ich wusste nichts von seiner Vergangenheit als Sandokan, denn in England gab es diese Welle nicht, da die Engländer die Bösen waren,“ erzählt Parveen.

Sind Sie auch Schauspielerin?
„Ich weiß nicht warum, aber das fragen mich alle. Ich bin Sozialforscherin und arbeite freiberuflich im Auftrag der Regierung oder bei privaten Unternehmen. Meine Arbeit erlaubt mir, viel zu reisen und viel Zeit mit Kabir zu verbringen, durch die Welt zu ziehen, auch wenn unser Sitz in Bombay ist.

Denken sie daran zu heiraten?
„Wir sind seit etwas mehr als ein einhalb Jahren zusammen. Ich glaube, dass wäre ein wenig zu früh. Aber ich bin gespannt, was er dazu sagt…“
Kabir: „Im Leben ist alles möglich“.

Quelle: Diva März 2007 / Übersetzung Sabine
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